Lehmbruck Museum frei Haus!

Entdecken Sie das Lehmbruck Museum digital: Erleben Sie aktuelle und vergangene Ausstellungen, kreative Workshops aus dem CITY ATELIER und Meisterwerke der Sammlung wann und wo immer Sie mögen!

Blick in die Kabinettausstellung „Sachlich. Realistisch. Magisch”
(20. August 2020 bis 18. Juli 2021)

In den 1920er-Jahren lagen Glanz und Tragik so nah beieinander, wie in kaum einer anderen Epoche. Mit großer Beobachtungsgabe haben die Künstler*innen der Neuen Sachlichkeit einen neuen Blick auf die Realität entwickelt. Auf direkte, entlarvende, teils ironische, teils träumerische Weise interpretierten die Künstler*innen der Weimarer Republik ihre Lebensumwelt: Eine vermeintlich „goldene” Zeit kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwungs, in der aber zugleich die Folgen des Ersten Weltkrieges präsenter waren denn je.

In unserer Kabinettausstellung „Sachlich. Realistisch. Magisch” präsentieren wir Ihnen Arbeiten bedeutender Künstler*innen wie Max Beckmann, George Grosz, Otto Dix, Käthe Kollwitz und Otto Pankok. Mit fast 50 Werken gibt die Ausstellung einen erhellenden Einblick in die künstlerischen Strömungen dieser Zeit – überzeugen Sie sich selbst davon!


Mythologische Referenzen im Werk Stephan Balkenhols

Aus dem heldenhaften Perseus, der das abgeschlagene Haupt der Medusa triumphierend in die Höhe streckt, wird bei Stephan Balkenhol ein ganz und gar alltäglicher Held, der das Medusenhaupt fast beiläufig trägt, während sein leerer Blick in die Ferne schweift. Mit ihren geistes- und kulturgeschichtlichen Bezügen lädt die Figurenwelt Balkenhols zum Entdecken ein: In Anlehnung an die griechische Mythologie, ihre Erzählungen und Bilderwelten schafft der Künstler einzigartige Skulpturen, die er meist nur sparsam mit Attributen ausstattet.

„Unbestimmtheit lässt mehr Raum für Interpretation”, so die Überzeugung des Künstlers. Balkenhols Arbeiten bilden Leerstellen, die uns als Betrachterinnen und Betrachter dazu ermutigen, das Unvollendete zu vollenden. Unsere Wahrnehmung hängt dabei maßgeblich von unseren Vorlieben und Kenntnissen ab. Hätten Sie Perseus, trotz fehlender Attribute wie Schwert, Tarnkappe oder Flügelsandalen, erkannt?


Waltraut Cooper, Lightline, 2004

Mit dem Einsetzen der Dämmerung beginnt es am Neubau des Lehmbruck Museums zu leuchten: Dann taucht die 40 Meter lange Lichtinstallation der österreichischen Medienkünstlerin Waltraut Cooper die Fassade des Museums und den umliegenden Kantpark in regenbogenfarbenes Licht. Die „Lightline” ist Teil ihrer berühmten „Regenbogentrilogie”, für die Waltraut Cooper zunächst Gebäude in Österreich (1999), dann innerhalb Europas (2004) und schließlich weltweit (2015) in den verschiedenen Farben des Regenbogens erstrahlen ließ. Coopers Lichtinstallationen sind immer auch Botschaften: „Ein Regenbogen steht für die Überwindung von Distanzen, für die Hoffnung auf bessere Zeiten”, so die Künstlerin, die Licht als eine Metapher des Lebens und der Zuversicht begreift. So unterschiedlich die Farbintensität eines Regenbogens je nach Lichteinstrahlung erscheint, so sehr kann auch unsere Wahrnehmung der „Lightline” je nach Uhrzeit und Lichtverhältnissen variieren.

Erstmals 2004 wurde Waltraut Coopers minimalistische Lichtinstallation im Rahmen der Ausstellung „Stadtlicht - Lichtkunst” in Duisburg präsentiert und ging schließlich 2007 als Schenkung der Künstlerin in die Sammlung des Lehmbruck Museums über. Seit 2016 erstrahlt sie in moderner LED-Technik. Auf eindrucksvolle Weise akzentuiert Cooper mit dem Farbspektrum des Regenbogens die Architektur des 1987 eröffneten Erweiterungsbaus: Unterhalb der Dachkanten platziert, betont die Installation die Gliederungsform und Plastizität dieses Baukörpers.

Waltraut Cooper wurde 1937 in Linz, Österreich, geboren. Sie studierte Mathematik, theoretische Physik und Kunst in Wien, Paris, Santa Barbara, Lissabon und Frankfurt. Cooper zählt zu den Pionier*innen der Medienkunst. Seit den 1980er-Jahren entwickelt sie Projekte im Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft. Ihrem Oeuvre legt sie leitmotivisch zwei Themenzyklen zugrunde: digitale Poesie und Regenbogen. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, vier Mal war sie zur Biennale in Venedig eingeladen.


Henry Moore „for Duisburg”

Haben Sie gewusst, dass die Graphische Sammlung des Lehmbruck Museums über einen Bestand von mehr als 8.800 Arbeiten auf Papier verfügt? Mehr als 5.000 davon sind Druckgraphiken. Einen besonders großen Anteil machen mit fast 500 Exemplaren die Werke Henry Moores (1898–1986) aus. 1965 besuchte der britische Bildhauer Duisburg und das Lehmbruck Museum. Voller Begeisterung über dieses erste europäische Museum moderner internationaler Skulptur fertigte er von jeder künftigen Graphik einen mit entsprechender Widmung versehenen Abzug „for Duisburg“. Diesem glücklichen Umstand verdankt das Museum eine der umfangreichsten Graphik-Sammlungen Henry Moores weltweit.

 

Henry Moore, Two Piece Reclining Figure No. 1, 1959 © The Henry Moore Foundation. Hinter der Skulptur v.l.n.r.: Oberbürgermeister August Seeling, Henry Moore, Museumsdirektor Gerhard Händler, 25.03.1965, Foto: Preuss

 

Henry Moore wurde 1898 in Castleford, Yorkshire, unweit von Leeds geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten britischen Bildhauer*innen des 20. Jahrhunderts. Seit den 1950er-Jahren prägen seine großen Freiplastiken vielerorts den öffentlichen Raum. Mit der außergewöhnlichen Formensprache seiner Figuren versucht Henry Moore die Natur und den menschlichen Körper miteinander zu verbinden. Die so entstandenen Figuren erscheinen weder abstrakt noch gegenständlich. Am Beispiel der liegenden Figur („Reclining Figure”), die Moore im Laufe seiner Karriere immer wieder aufgreift, wird dieses spannungsvolle Wechselverhältnis deutlich: Das fantasievolle Spiel mit den Formen, Linien und Flächen, das sich deutlich am menschlichen Körper orientiert, bezieht zugleich die Formenvielfalt der Natur mit ein.


Blick in die Ausstellung „Stephan Balkenhol”
(22. Oktober 2020 bis 28. Februar 2021)

Mit zahlreichen Werken, die der Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich sind, spannt sich die umfassende Werkschau, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden ist, von frühen Arbeiten aus dem Jahr 1990 bis in die Gegenwart. Anhand von Skulpturen, Reliefs, Gipsmodellen und Zeichnungen werden dabei vor allem die geistes- und kulturgeschichtlichen Bezüge in Balkenhols Werk beleuchtet.

Radiobeiträge

Schon gehört? Christiane Vielhaber hat im WDR 5-Kulturmagazin Scala über die Ausstellung „Stephan Balkenhol” berichtet. Hier gelangen Sie zum Hörbeitrag (22.10.2020, 06:03 Min.). Für die Deutschlandfunk Kultur-Sendung Fazit hat Michael Köhler mit Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Stephan Balkenhol über die Ausstellung im Duisburger Lehmbruck Museum gesprochen. Hier gelangen Sie zum Hörbeitrag (23.10.2020, 05:36 Min.).


Blick in die Ausstellung „Lynn Chadwick. Biester der Zeit”
(29. Februar bis 20. September 2020)

In der großen Retrospektive „Lynn Chadwick. Biester der Zeit” haben wir vom 29. Februar bis 20. September 2020 rund 70 Plastiken, zahlreiche Zeichnungen und Grafiken des britischen Bildhauers Lynn Chadwick präsentiert. Die Ausstellung zeichnete damit die Entwicklung seines Werks von den frühen Mobiles und Stabiles über seine regelrecht ikonischen Biester bis hin zum Spätwerk nach.

Impressionen der Ausstellung

Lynn Chadwick: Movement and Structure

Sie möchten mehr über Lynn Chadwick (1914–2003) erfahren? Peter Moseley und Sarah Marchant haben den Künstler in einem Dokumentarfilm porträtiert, den wir auch im Rahmen der Ausstellung präsentiert haben. Hier gelangen Sie zum Film (englischsprachig mit deutschen Untertiteln, 24:24 Min.). Das Passwort lautet: chadwick

Radiobeitrag

Schon gehört? Jörg Biesler hat im WDR 3-Kulturmagazin Mosaik über die Ausstellung „Lynn Chadwick. Biester der Zeit” berichtet. Hier gelangen Sie zum Hörbeitrag.


Blick in die Ausstellung „Jiří Tichý”
(29. Februar bis 20. September 2020)

In den Dreiecksräumen des Neubaus haben wir vom 29. Februar bis 20. September 2020 bildgewaltige Textilarbeiten des tschechischen Künstlers Jiří Tichý (1924–2013) aus der Sammlung des Lehmbruck Museums präsentiert. Zeit seines Lebens arbeitete Tichý mit viel Energie an der Erneuerung der Textilkunst. Mit seinen oft monumentalen Tapisserien stellt er die eigenständigen künstlerischen Qualitäten des weichen Materials unter Beweis.

Broschüre zur Ausstellung

Sie möchten mehr über Jiří Tichý erfahren? In der Broschüre zur Ausstellung stellen wir Ihnen den tschechischen Künstler näher vor. Hier können Sie die Broschüre herunterladen.


Blick in die Ausstellung „Die Künstler der Brücke”
(16. November 2019 bis 2. August 2020)

Anhand ausgewählter Arbeiten aus der eigenen Sammlung des Lehmbruck Museums gab die Kabinettausstellung „Die Künstler der Brücke” einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken der „Brücke“-Künstler Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff. Mit der 1905 in Dresden gegründeten expressionistischen Künstlergemeinschaft „Brücke“ begann in Deutschland der Aufbruch in die Moderne. Die Protagonisten der Bewegung lehnten sich gegen die traditionelle Malerei und akademischen Traditionen auf und entwickelten eine ganz eigene, provokative Bildsprache, mit der sie die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts revolutionierten.

Lehmbruck Lecture online mit Dr. Christian Saehrendt
„Die Brücke zwischen Staatskunst und Verfemung”

Dr. Christian Saehrendt, vielen bekannt als Autor des Sachbuchbestsellers „Das kann ich auch! Gebrauchsanweisung für moderne Kunst", den er gemeinsam mit Steen T. Kittl verfasst hat, spricht in seiner Lehmbruck Lecture über das wechselvolle Schicksal der „Brücke”-Künstler. Heute gilt die expressionistische Kunst unangefochten als zentraler Bestandteil der Klassischen Moderne, allerdings ist sie zugleich auch ein Politikum, so Saehrendt. Wie keine andere Kunstrichtung des letzten Jahrhunderts wurde der Expressionismus von Seiten der Kunstkritik, der Museen und nicht zuletzt des Staates politisch-ideologisch interpretiert und vereinnahmt. In seinem Vortrag spricht Saehrendt über die umstrittene Rolle des Expressionismus in der Weimarer Republik und im Kalten Krieg sowie ihre Verfemung im Dritten Reich.


„Wilhelm Lehmbruck. Ein Leben”

In der Studioausstellung „Wilhelm Lehmbruck. Ein Leben” zeichnen wir das Leben und (Früh-)Werk des berühmten Duisburger Künstlers anhand einzigartiger Dokumente, Aufnahmen und Arbeiten nach. In der untenstehenden Bilderschau können Sie seinen bewegten Lebensweg nachverfolgen.


Meisterwerke der Sammlung: Zuversicht, Schutz, Geborgenheit

Von Käthe Kollwitz über Karl Schmidt-Rottluff bis hin zu unserem Hauspatron Wilhelm Lehmbruck: In unserer Bilderschau stellen wir ausgewählte Meisterwerke unserer Sammlung vor, die uns, gerade in einer Zeit wie dieser, hoffnungsvoll stimmen und Mut machen. Sie zeugen von Zuversicht, Schutz und Geborgenheit – Werte, die uns gerade jetzt helfen zu lernen, mit dem Neuen umzugehen und uns in einer sich rasch verändernden Wirklichkeit neu auszurichten.


Kunst im öffentlichen Raum: Skulpturen im Kantpark

Nicht nur das Lehmbruck Museum, auch der umliegende Kantpark bietet hochkarätigen Kunstgenuss: Über 40 Skulpturen großer internationaler Bildhauer lassen sich bei einem Spaziergang durch den Park entdecken. In der untenstehenden Bilderschau stellen wir Ihnen einige Highlights vor.


Ihnen ist zu Hause der Lesestoff ausgegangen? Besuchen Sie gerne unseren Onlineshop. Viel Freude beim Stöbern und Schmökern!