Geschichte des Lehmbruck Museums

Mit seiner mehr als 100-jährigen Geschichte kann das Lehmbruck Museum auf eine abwechslungsreiche Entwicklung zurückblicken. Es zählt heute zu den traditionsreichsten Häusern Deutschlands und gehört mit seinen Werken des 20. und 21. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Skulpturensammlungen Europas.

Die Anfänge

Die Gründung eines Kunstvereins legt 1905 den Grundstein für das spätere Museum. Nur zwei Jahre später übernimmt dieser neben seinen kulturhistorischen Aufgaben auch den Aufbau einer Sammlung zeitgenössischer Kunst. Durch die Fabrikantenfamilie Böninger wird 1912 der erste Ankauf einer Arbeit von Wilhelm Lehmbruck realisiert.

1916 gelingt der nächste wichtige Schritt auf dem Weg hin zum Museum. Die Familie Böninger erwirbt das Grundstück des heutigen Gebäudes und finanziert den Aufbau eines Museums sowie der Erweiterung der Sammlung. 1925 entwickelt Gründungsdirektor August Hoff auf Basis der Lehmbruck-Sammlung das Kunstmuseum.

 

Das Foto zeigt die Lehmbruck-Sammlung im Städtischen Kunstmuseum in den Jahren 1934-1958.

Die Lehmbruck-Sammlung im Städtischen Kunstmuseum 1934-1958

 

Eines der dunkelsten Kapitel des Hauses folgt 1937: Im Zuge der Aktion Entartete Kunst verliert das Städtische Kunstmuseum rund 100 seiner Werke, darunter auch Arbeiten aus Lehmbrucks wichtigster Schaffensphase (1910–1918). Die Kniende wird in der Wanderausstellung Entartete Kunst gezeigt und später von den Nationalsozialisten verkauft.

Nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt das Museum wieder zu wachsen und schon bald wird klar: Die Sammlung braucht einen eigenen Bau. 1964, sechs Jahre nach Baubeginn, wird im Kant Park das von Manfred Lehmbruck entworfene Wilhelm Lehmbruck Museum eröffnet. Kurz darauf findet eine der bis heute wichtigsten Gründungen für das Museum statt: 1968 wird Der Förderkreis des Wilhelm Lehmbruck Museums e.V. ins Leben gerufen. Bis heute unterstützt der daraus hervorgegangene Freundeskreis das Museum tatkräftig.

 

Das Foto zeigt Oberbürgermeister August Seeling und Manfred Lehmbruck bei der Grundsteinlegung am 25. Juni 1959.

Oberbürgermeister August Seeling (Mitte) und Manfred Lehmbruck (rechts) bei der Grundsteinlegung am 25. Juni 1959, Foto: Friedrich Paetzold

 

Da die Sammlung wächst, wird bald eine Vergrößerung des Gebäudes notwendig. In den 1980er Jahren entwirft Manfred Lehmbruck gemeinsam mit Klaus Hänsch den Erweiterungsbau, der die Ausstellungsfläche nahezu verdoppelt. Im Jahr der Einweihung wird 1987 auch die überregional beachtete Kunstvermittlung ins Leben gerufen.

Im neuen Jahrtausend

Im Jahr 2000 erfolgen zwei weitere historische Schritte in der Museumsgeschichte: Einerseits wird die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum gegründet, andererseits schließen sich der Museumsverein Duisburg und der Förderkreis des Museums zum Freundeskreis Wilhelm Lehmbruck Museum e.V. zusammen.

Nach mehrjährigen Verhandlungen gelingt es 2008, den Nachlass Wilhelm Lehmbrucks dauerhaft für Duisburg zu sichern. 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgrafiken bereichern die Sammlung, wodurch das Lehmbruck Museum seinen Status als einzigartiges Künstlermuseum festigt.

 

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