Sammlung Wilhelm Lehmbruck

Für das Lehmbruck Museum ist die Sicherung des gesamten Lebenswerkes Lehmbrucks, das die Basis dieser herausragenden internationalen Sammlung von Skulpturen des 20. Jahrhunderts bildet, von zentraler Bedeutung. Es bietet den vollständigsten Überblick zu Leben und Werk des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck weltweit.

Das Verhältnis zwischen Lehmbruck und der Stadt Duisburg ist durch eine bewegte Geschichte gekennzeichnet. Auf den einzigen Ankauf eines Werkes zu Lebzeiten Lehmbrucks – der Duisburgerin von 1912, finanziert von der Familie Böninger – folgt drei Jahre später (1915) die Absage des Künstlers auf die Anfrage zur Gestaltung einer Heldenfigur auf dem Ehrenfriedhof des Kaiserbergs. Erst 1925, sechs Jahre nach dem Tod des Künstlers, gelingt es August Hoff als Direktor des Museumsvereins, einen großen Teil des Nachlasses Lehmbrucks als Leihgabe von dessen Witwe Anita zu erhalten. 1927 findet der präfaschistische Angriff auf die Bronze der „Knienden“ statt. Die Nationalsozialisten diffamieren Lehmbrucks Werk als „entartet“, weshalb der Nachlass an die Familie zurückgegeben werden muss. Nur unter größtem und gefährlichem Einsatz sowie unter Hinnahme einiger Kriegsverluste kann die Familie das Lebenswerk über die NS-Zeit retten. Wegen dieser Erfahrungen gelingt es der Stadt Duisburg erst 1964 und unter erheblichen Mühen mit der Eröffnung des von Manfred Lehmbruck geplanten Museums auch den Nachlass als Leihgabe von der Familie zurückzugewinnen – wenn auch ohne vertragliche Absicherung. Im Laufe der Jahrzehnte kann das Lehmbruck Museum insgesamt 165 Werke des Künstlers erwerben.

 

Das Foto zeigt das Werk "Der Gestürzte" von Wilhelm Lehmbruck.

Wilhelm Lehmbruck, Der Gestürzte (1915/16), Foto: Dejan Saric

 

Zu Jahresbeginn 2005 bietet die Familie Lehmbruck der Stadt Duisburg als der Heimat des Künstlers den Nachlass vorrangig und befristet zum Kauf an. Das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum misst der nun potenziell möglichen dauerhaften Sicherung sofort höchste Priorität zu.

Nach beinahe vierjährigen Verhandlungen gelingt es 2009, den umfangreichen Nachlass dauerhaft für Duisburg zu sichern. Die Sammlung des Museums wächst – nun auch vertraglich abgesichert – um 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgrafiken. Diese 1.141 Werke standen bis zu diesem Zeitpunkt nur als Leihgaben der Erbengemeinschaft zur Verfügung und können nun, dank Unterstützung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Stadt Duisburg sowie der Duisburger Wirtschaft, in einem geglückten Public-Private-Partnership-Modell bis zum Jahre 2011 erworben werden.

Bitte beachten Sie, dass nicht immer alle Sammlungsteile ausgestellt werden können. Gerne geben wir Ihnen dazu telefonisch Auskunft:
T: +49 (0)203 283-3206/-2630

In unserem Onlineshop finden Sie Publikationen zur Sammlung des Lehmbruck Museums sowie zur Museumsgeschichte.