Das Lehmbruck Museum - damals wie heute

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals®, der 2020 erstmals digital stattfand, präsentieren wir eine Bilderstrecke mit Schwarz-Weiß-Fotos vom Bau und von der Ersteinrichtung des Lehmbruck Museum 1964 in Gegenüberstellung zu aktuellen Aufnahmen, die nicht nur die außergewöhnliche Architektur dieses Gebäudes, sondern auch den unverfälschten Charakter des Baudenkmals verdeutlichen.

Der in Beton ausgeführte Lehmbruck-Flügel duckt sich in den umgebenden Kantpark, wogegen die monumentale gläserne Museumshalle sich als Schaufenster zur Stadt hinwendet und an Transparenz kaum zu überbieten ist.

Der Architekt, Manfred Lehmbruck (1913–1992), war der Sohn des aus Duisburg-Meiderich stammenden Bildhauers und Namensgebers des Museums, Wilhelm Lehmbruck (1881–1992). Der plastisch durchgliederte und betont nach innen gewandte Lehmbruck-Flügel bildet mit dem hier präsentierten Oeuvre des Vaters ein „Gesamtkunstwerk“.

Anlässlich des 50. Jubiläum des Lehmbruck Museums, 2014, wurde der Lehmbruck-Flügel weitestgehend wieder so eingerichtet, wie der Architekt Manfred Lehmbruck es zur Eröffnung vorgesehen hat.

Manfred Lehmbruck hat die Positionen der Werke genau vorgegeben. Hauptwerke Wilhelm Lehmbrucks, wie der „Gestürzte“ (1915/16) im Vordergrund und die „Kniende“ (1911) im Hintergrund erhalten in der Architektur viel Raum. Die Materialien der Wände, Sichtbeton und Kiesel, harmonieren mit den Materialien des Bildhauers.

Große Glasflächen verbinden Innen und Außen und lassen viel Licht in den Raum strömen, Spiegelungen und Durchblicke ermöglichen überraschende Perspektiven. Durch die geometrischen Öffnungen in der Decke werden besondere Lichtakzente gesetzt, die je nach Tageszeit die Raumwirkung stark verändern.

Die Glashalle steht in großem Kontrast zum Lehmbruck-Flügel. Im Rückgriff auf Mies van der Rohes Stahlskelettbauweise hat der Architekt einen vitrinenartigen Bau geschaffen, in dem die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts viel Spielraum erhält. Außer den enormen Glasflächen prägen unter anderem Wände, die mit hellen Kieseln und mit rotbraunen Klinkern verkleidet sind, den Innenraum.

Ermöglicht wird der stützenfreie Raum durch außenstehende Stahlbügel, an denen die Halle aufgehängt ist. Eine kleine gläserne Eingangshalle bildet die Verbindung zwischen den beiden Flügeln des Ursprungsbaus. 1987 wurde noch ein dritter Bauabschnitt hinzugefügt, an dem ebenfalls Manfred Lehmbruck als Architekt mitwirkte.

Der erhöhte Skulpturenhof verbindet im Außenbereich die beiden Baukomplexe und öffnet sich zum angrenzenden Kantpark. Die hier aufgestellten Großskulpturen vermitteln zwischen der geometrisch klaren Architektur des Gebäudes und den fließenden Formen der Natur.